Prof. Dr.-Ing. Frank Höfler

Fachbücher

Die Maulbeerallee. Eine historische Wegeachse zwischen den kurpfälzischen Residenzen.

Maulbeerallee

in Vorbereitung

Maulbeerallee

Ein Teil einer, die Rheinpfalz und die Kurpfalz verbindeten Achse, ist der Abschnitt zwischen dem Schwetzinger Schloss und Heidelberg: die Kurpfälzische Maulbeerallee, 1720 von Kurfürst Karl III. Philipp angelegt.

Die Maulbeerallee. Eine historische Wegeachse zwischen den kurpfälzischen Residenzen.

Auf der Abbildung des Stadtarchivs Schwetzingen wird das Schloss um 1700 mit einem umgebenden Wassergraben und einer Brücke gezeigt. In mehr oder weniger gerader Linie führt der mit Bäumen bepflanzte Weg in Richtung Heidelberg. Es ist die älteste Abbildung einer regulären Straße nach Heidelberg, die dann 1720 unter dem Kurfürsten Carl Philipp ausgebaut und mit Maulbeerbäumen bestückt wird.

Unter Kurfürst Carl Theodor wird nun in Schwetzingen seit 1748 unter dem berühmten Architekten Alessandro Bibiena die Schlossplatzbebauung in Angriff genommen. Der Schlossplatz und die CarlTheodor-Straße bekommen ihr heutiges Gesicht. Noch in den 1770er Jahren - der Anbau von Maulbeerbäumen und die frühe Industrialisierung mittels der Seidenspinnerei sind inzwischen Chefsache in der hochlöblichen Hofkammer - baut Carl Theodor die Achse zum Königsstuhl als Hochstraße aus. Ein später Frost 1796 dezimiert die Maulbeerbäume und schließlich werden die französischen Revolutionstruppen den Rest der Bäume 1802 gegen Nutzpflanzen austauschen. Die Trasse der Hochstraße diente dann der Badischen Eisenbahngesellschaft als willkommener Untergrund für die Bahnlinie Heidelberg-Speyer, die immerhin bis 1968 in Betrieb war.

Über mehrere Jahrhunderte spielte diese Straße von Schwetzingen zum Königsstuhl eine bedeutende Rolle für die Repräsentation der Kurfürsten und der Kurpfalz. Die Achse Königsstuhl-Schwetzingen-Kalmit ist mehr als eine geografische Linie oder eine Eitelkeit der Kurfürsten zur ihrer Macht- und Prachtentfaltung. Vielmehr ist sie als ein Stück Identität, der vergangen Kurpfalz und Pfalz zu verstehen, die gerade mit den Residenzen Mannheim, Heidelberg und Schwetzingen aktiv gelebt wird.

erscheint 2018