Kommunale Verkehrsentwicklung

Kurzfassung

Verkehrsplanung versteht sich als Fachplanung zur Erarbeitung infrastruktureller und organisatorischer Rahmenbedingungen zur Abwicklung der Verkehrsnachfrage. Die räumliche Trennung der Lebensfunktionen Wohnen, Arbeiten, Versorgen und Freizeit verursacht zunehmende Verkehrsnachfragen zur Verknüpfung dieser Funktionen. Das private Kraftfahrzeug ist das dominierende und nutzerseitig beliebteste Verkehrsmittel. Mit zunehmender Verkehrsbelastung reduzieren sich jedoch Reisegeschwindigkeiten merklich, nehmen Gefährdungen und Risiken zu und erreicht die freizügige Nutzung spürbar ihre Grenzen. Somit sind Instrumente und Mechanismen gefordert, die regelnd eingreifen und Verkehrsanteile auf die jeweils am besten geeigneten Verkehrssysteme verlagern, mit denen ausreichende Kapazitäten bei wirtschaftlich vertretbaren, umweltverträglichen und gesellschaftlich akzeptablen Aufwendungen bereitgestellt werden können.


Die individuelle Mobilität stellt einen gesellschaftlichen Wert und einen Bestandteil der Lebensqualität dar. Die Verwirklichung angemessener Mobilitätsbedürfnisse wird als wichtige Zielstellung allgemein anerkannt.

Kommunale Verkehrsentwicklungsplanung

Die Inhalte städtischer und regionaler Verkehrsplanungen sind in den letzten Jahren durch einen nachhaltigen Wandel gekennzeichnet. Die Verkehrsentwicklungsplanung (VEP) zeigt sich in ihrem Planungsansatz stark konzeptorientiert und nicht mehr ausschließlich deterministisch nachfrageorientiert. Handlungfelder und Leitideen definieren Ansätze, um unnötige Verkehre zu vermeiden, Anteile auf den Umweltverbund zu verlagern und die Verkehrssysteme effizient zu verknüpfen. Der integrative Ansatz zur Verkehrsplanung beinhaltet ein erweitertes Planungsverständnis, das komplexe Wirkungsverflechtungen berücksichtigt (integrierte Siedlungs- und Verkehrsplanung). Klassische Methoden der Verkehrsprognose verbinden sich mit qualitativen Anforderungen an eine Integration des Verkehrsgeschehens in die Stadtentwicklung.


Der VEP entwickelt Zielkonzepte für das städtische bzw. regionale Umfeld. In einer integrierten Planung werden alle Verkehrsarten einbezogen. Die Grundlage bildet die Analyse und Prognose der Verkehrsnachfrage in ihrer räumlichen und zeitlichen Verteilung.

Konflikte und Lösungsansätze

Überwiegend lassen sich Aufgaben der Verkehrsentwicklungsplanung aus kommunalen Fragestellungen und den direkten Stadt-Umland-Beziehungen ableiten. Bei Beschränkung auf den allgemeinen Planungsauftrag ergeben sich in der Erarbeitung von Handlungskonzepten die Fragestellungen:Was sind die wichtigsten verkehrlichen Ziele? Wie können Sie erreicht werden?

Durch eine abgestimmte Siedlungsentwicklung kann die Entstehung von Fahrtwünschen begrenzt werden ohne dabei eine Einschränkung der möglichen Aktivitäten im alltäglichen Lebensumfeld in Kauf nehmen zu müssen. Kleinräumigere Strukturen mit einer engeren Verzahnung zwischen den typischen Aktivitäten Wohnen, Arbeiten, Einkauf, Bildung und Freizeit reduzieren das Verkehrsaufkommen. Die Integration städtebaulicher und verkehrsplanerischer Maßnahmen führt zu einer Struktur des Wohnumfeldes mit einer verkehrsreduzierenden Erschließungsplanung. Den Potenzialen der Nahmobilität ist in zukunftsfähigen Planungen erhöhte Aufmerksamkeit beizumessen. Dieser sozial, ökonomisch und ökologisch lohnenswerte Ansatz steht im Wettbewerb zu den derzeit vorherrschenden Tendenzen der zunehmenden Wegelängen. Ein daran orientiertes städtebauliches Leitbild der Verdichtung nach innen (Vermeidung einer weiteren Zersiedelung durch Suburbanisierung) ist anzustreben. Die Verkehrsplanung ergänzt die abgesteckten Ziele durch eine angepasste Erschließung des Quartiers mit hoher Aufenthalts- und Nutzungsqualität sowie durch technisch ausgereifte Konzepte.


Eine integrierte Verkehrsentwicklungsplanung erfordert neben der fachlichen Kompetenz auch soziale und wirtschaftliche Kompetenzen. Damit erweitert sich der Bearbeiterkreis bei vernetzten Problemstellungen auf verschiedene Fachdisziplinen. Im Idealfall erarbeiten Planungs-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaftler in interdisziplinärer Zusammenarbeit angemessene Konzepte. In diesem Tätigkeitsfeld fällt dem Verkehrsplaner verstärkt die Rolle eines gestaltenden und regelnd eingreifenden, sachlich versierten und fachlich orientierten Moderators oder Mediators zu, der sich in einem gesellschaftlichen und politischen Umfeld bewegt, Zusammenhänge analysiert und Lösungen konzipiert.

hier finden Sie den Gesamttext


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken